Ein Stück Berchtesgadener Handwerkskunst
Das Oaschpfeifirössl ist eines der bekanntesten Erzeugnisse der traditionellen Berchtesgadener Handwerkskunst. Einst als Kinderspielzeug in ganz Europa und darüber hinaus gefragt, ist das kleine Holzpferd heute ein beliebtes Souvenir und ein charakteristischer Christbaumschmuck aus Berchtesgaden.
Was ist ein Oaschpfeifirössl?
Das Oaschpfeifirössl ist ein meist bunt bemaltes Holzpferd auf Rädern. Auf seinem Rücken sitzt ein stilisierter Reiter. Das Besondere ist der Schweif: Er ist als kleine Pfeife gestaltet und gibt dem traditionellen Spielzeug seinen ungewöhnlichen Namen.
Die Geschichte der Berchtesgadener War
Die Herstellung des Oaschpfeifirössls gehört zur sogenannten Berchtesgadener War. Ab dem 15. Jahrhundert entwickelte sich die Grobschnitzerei im Gebiet der ehemaligen Fürstpropstei Berchtesgaden zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. Bauern und Arbeiter, darunter Beschäftigte des Salzbergwerks, verdienten sich mit der Herstellung von Holzspielzeug und anderen geschnitzten Gegenständen ein zusätzliches Einkommen.
Die kunstvoll gefertigten Holzarbeiten wurden bereits im 16. Jahrhundert weit über die Region hinaus gehandelt und gelangten nach ganz Europa und sogar nach Übersee. Mit dem Aufkommen industriell gefertigter Spielwaren, insbesondere aus Blech, ging die Nachfrage im 19. Jahrhundert stark zurück.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Berchtesgadener War eine Renaissance: Ein traditionell geschmückter Berchtesgadener Christbaum machte die historischen Holzfiguren wieder populär. Bis heute werden sie als Christbaumschmuck und als Erinnerung an die regionale Handwerkstradition angeboten.
Wahrzeichen des Berchtesgadener Advents
Auch heute steht das Oaschpfeifirössl für die lange Handwerkstradition der Region. Seit 2010 ist es ein Wahrzeichen des Berchtesgadener Advents. Dort erinnert das charakteristische Holzpferd an die Geschichte der Berchtesgadener War und an ein Handwerk, das über Generationen hinweg das Leben in der Region geprägt hat.